Sprache macht Gänsehaut
Venedig, auf einer kleinen Brücke. Eine Gondel verschwindet gerade hinter einem Palazzo. Das Wasser kräuselt sich. Mein Sohn, 6 Jahre, schaut minutenlang hin. Dann sagt er: „Mama, das Wasser hat Gänsehaut.“
In diesem Moment bekomme ich auch eine. Aus Mutterstolz. Und weil mein Journalistenherz sagt: In diesem einen Satz steckt so viel, was gute Texte ausmacht. Vor allem: genau hinsehen.
Wer aufmerksam schaut und zuhört, riecht und fühlt, der entdeckt auch, was Sprache hergibt. Starke Bilder, Vergleiche, Metaphern. Und hört Zwischentöne. Fragt dann anders – neugieriger, direkter.
Kinder können das, wenn man sie lässt.
Erwachsene können das auch, wenn sie wollen – und üben. Weil sie es irgendwann verlernt haben, das Wahrnehmen.
Und damit beginnt guter Journalismus. Mit Aufmerksamkeit, Ruhe und Geduld.
Haben Sie Lust auf eine Trainingseinheit à la Gänsehaut? In unseren ABP-Kursen zum Kreativen Schreiben treiben wir gemeinsam Ihre Gedanken aus der Enge. Geduldig, mit System. Nach unseren Interview-Seminaren fordern Sie Ihr Gegenüber heraus, mit der nötigen Ruhe. Nach unseren Recherche-Workshops gehen Sie noch aufmerksamer auf die Suche nach Informationen.
In diesem Sinne wünsche ich uns Gänsehaut-Momente, endlos viele.
Frauke Bollmann, Seminarleiterin ABP


